• info@s-immobilien-rnn.de
  • +49 (0) 6201 9044 - 0
Your search results

GEG-Novelle 2024 – Was gilt ab 2024?

Veröffentlicht von S Immobilien RNN on 1. Mai 2023
0 Comments

Fachlicher Stand: 20. Oktober 2026. Dieser Beitrag wurde ursprünglich zur GEG-Novelle 2024 veröffentlicht. Seit dem 29. Juli 2026 gelten durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) geänderte Vorgaben. Die frühere bundesweite 65-Prozent-Vorgabe für neu eingebaute Heizungen wurde aufgehoben. Maßgeblich sind daher die aktuelle Gesetzesfassung und – in Baden-Württemberg – zusätzlich das Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes.

Vom Gebäudeenergiegesetz zum Gebäudemodernisierungsgesetz

Mit der Reform von 2024 wurden umfangreiche Vorgaben zum Einsatz erneuerbarer Energien beim Heizungstausch eingeführt. Diese Regelungen wurden 2026 erneut geändert. Das Gesetz trägt nun den Titel Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG).

Seit dem 29. Juli 2026 besteht auf Bundesebene keine allgemeine Verpflichtung mehr, eine neu eingebaute Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Eigentümer können grundsätzlich zwischen verschiedenen Heizungsarten wählen. Für bestimmte Anlagen und Energieträger gelten jedoch weiterhin technische Anforderungen und stufenweise Vorgaben.

Welche Heizungsarten sind zulässig?

§ 42 GModG nennt verschiedene Möglichkeiten für den Einbau oder Austausch einer Heizungsanlage. Dazu gehören insbesondere:

  • Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizungen unter Beachtung der besonderen Brennstoffvorgaben
  • elektrisch angetriebene Wärmepumpen
  • Solarthermieanlagen
  • Biomasseheizungen
  • Wärmepumpen- oder Solarthermie-Hybridheizungen
  • Stromdirektheizungen unter den gesetzlichen Voraussetzungen
  • Anschluss an ein Wärmenetz
  • hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung und gesetzlich zugelassene innovative Lösungen

Welche Lösung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Gebäudezustand, dem Wärmebedarf, den vorhandenen Heizflächen, den örtlichen Anschlussmöglichkeiten und den langfristigen Betriebskosten ab. Eine pauschale Empfehlung ist deshalb nicht möglich.

Besondere Vorgaben für neue Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen

Wird nach dem 29. Juli 2026 in einem Bestandsgebäude eine neue Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung eingebaut, muss nach § 43 GModG ein zunehmender Anteil der bereitgestellten Wärme aus gesetzlich anerkannten klimafreundlichen Brennstoffen oder anderen anrechenbaren Lösungen stammen:

  • ab 1. Januar 2029: mindestens 10 Prozent
  • ab 1. Januar 2030: mindestens 15 Prozent
  • ab 1. Januar 2035: mindestens 30 Prozent
  • ab 1. Januar 2040: mindestens 60 Prozent

Vor dem Einbau einer solchen Anlage sollten Eigentümer neben den Anschaffungskosten auch die künftige Verfügbarkeit und Preisentwicklung geeigneter Brennstoffe sowie mögliche weitere gesetzliche Änderungen berücksichtigen.

Bestehende Heizungen und frühere Austauschpflicht

Für eine funktionierende Heizung besteht allein wegen der Gesetzesänderung keine allgemeine sofortige Austauschpflicht. Die frühere bundesrechtliche Regelung des § 72 GEG zum Austausch bestimmter mehr als 30 Jahre alter Heizkessel ist mit der Reform 2026 entfallen. Andere Anforderungen, beispielsweise aus dem Immissionsschutzrecht, dem Landesrecht oder aufgrund technischer Mängel, können im Einzelfall weiterhin relevant sein.

Besonderheiten einzelner Systeme

Stromdirektheizung: In bestehenden Wohngebäuden gelten nach § 46 GModG besondere Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz. Ausnahmen bestehen unter anderem für Wohngebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, sowie unter bestimmten Voraussetzungen beim Ersatz vorhandener Einzelraum-Stromdirektheizungen.

Solarthermie und Biomasse: Für diese Systeme gelten die Nachweis- und technischen Anforderungen der §§ 44 und 45 GModG. Ob sie für ein konkretes Gebäude geeignet sind, sollte fachlich geprüft werden.

Baden-Württemberg: EWärmeG zusätzlich beachten

In Baden-Württemberg gilt neben dem Bundesrecht weiterhin das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG). Beim Austausch einer zentralen Heizungsanlage in einem bestehenden Gebäude müssen grundsätzlich 15 Prozent des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt oder anerkannte Ersatzmaßnahmen umgesetzt werden. Welche Erfüllungsoptionen möglich sind, hängt vom Gebäude und der gewählten Heizungsanlage ab.

Härtefälle und Befreiungen

Nach § 102 GModG kann auf Antrag eine Befreiung erteilt werden, wenn die gesetzlichen Anforderungen im Einzelfall zu einer unbilligen Härte führen. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, entscheidet die zuständige Behörde. Eine pauschale Befreiung allein aufgrund eines bestimmten Lebensalters besteht nicht.

Welche Förderung ist möglich?

Für den Einbau einer klimafreundlichen Heizungsanlage kann die Bundesförderung für effiziente Gebäude in Betracht kommen. Beim KfW-Programm Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (Zuschuss 458) beträgt die Förderung nach dem Stand vom 20. Oktober 2026 abhängig von Maßnahme, Gebäude und persönlichen Voraussetzungen grundsätzlich 30 Prozent und kann sich durch Boni erhöhen. Die Gesamtförderung kann unter den jeweiligen Programmbedingungen bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten erreichen.

Förderbedingungen können sich ändern. Vor Auftragserteilung sollten deshalb die aktuellen Voraussetzungen, förderfähigen Kosten und Antragsfristen direkt bei KfW oder BAFA geprüft werden.

Fazit: Die frühere 65-Prozent-Regel ist seit dem 29. Juli 2026 nicht mehr die Grundlage für den Heizungstausch. Trotzdem bleiben technische Vorgaben, die Brennstoffstaffel für neu eingebaute fossile Heizungen und in Baden-Württemberg das EWärmeG zu beachten. Vor einer Investitionsentscheidung ist eine individuelle Energie- und Fachberatung sinnvoll.

Rechtliches: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder technische Einzelfallberatung dar.

Bildnachweis: @digitalgenetics/Depositphotos.com

FAQ ZU DEN HEIZUNGSREGELN SEIT JULI 2026

Häufige Fragen zum Gebäudemodernisierungsgesetz, zum Heizungstausch, zur Brennstoffstaffel und zum EWärmeG in Baden-Württemberg. Stand: 20. Oktober 2026.

Gilt die frühere 65-Prozent-Regel beim Heizungstausch noch?
Nein. Die bundesweite Vorgabe, neue Heizungen grundsätzlich zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, wurde mit Wirkung zum 29. Juli 2026 aufgehoben. Maßgeblich sind nun die Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes.
Dürfen weiterhin Gas- oder Ölheizungen eingebaut werden?
Ja. Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen sind grundsätzlich weiterhin zulässig. Für Anlagen, die nach dem 29. Juli 2026 in Bestandsgebäuden eingebaut werden, gelten jedoch die stufenweisen Anforderungen des § 43 GModG.
Welche Brennstoffstaffel gilt für neue fossile Heizungen?
Der vorgeschriebene Wärmeanteil aus gesetzlich anerkannten klimafreundlichen Brennstoffen oder anderen anrechenbaren Lösungen beträgt ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent.
Welche Heizungsarten nennt das Gebäudemodernisierungsgesetz?
Zu den gesetzlichen Möglichkeiten gehören unter anderem Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasseheizungen, Hybridheizungen, Stromdirektheizungen, Wärmenetzanschlüsse, hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung sowie Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen unter den jeweils geltenden Voraussetzungen.
Besteht weiterhin eine allgemeine Austauschpflicht für mehr als 30 Jahre alte Heizkessel?
Die frühere bundesrechtliche Austauschregelung des § 72 GEG ist mit der Reform 2026 entfallen. Andere Anforderungen, etwa aus dem Immissionsschutzrecht, dem Landesrecht oder aufgrund technischer Mängel, können im Einzelfall dennoch relevant sein.
Was gilt für Stromdirektheizungen in Bestandsgebäuden?
Für Stromdirektheizungen gelten nach § 46 GModG besondere Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz. Ausnahmen bestehen unter anderem bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, wenn der Eigentümer eine Wohnung selbst bewohnt, sowie in bestimmten Fällen beim Ersatz vorhandener Einzelraum-Stromdirektheizungen.
Gilt in Baden-Württemberg zusätzlich das EWärmeG?
Ja. Beim Austausch einer zentralen Heizungsanlage in einem bestehenden Gebäude müssen grundsätzlich 15 Prozent des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt oder anerkannte Ersatzmaßnahmen umgesetzt werden. Die passende Erfüllungsoption hängt vom Gebäude und der Heizungsanlage ab.
Welche Förderung kann für eine neue Heizung beantragt werden?
Beim KfW-Zuschuss 458 beträgt die Förderung nach dem Stand vom 20. Oktober 2026 grundsätzlich 30 Prozent und kann sich bei erfüllten Voraussetzungen durch Boni erhöhen. Insgesamt sind nach den jeweiligen Programmbedingungen bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten möglich. Die aktuellen Konditionen sollten vor Auftragserteilung direkt bei der KfW geprüft werden.

Compare Listings