Neuer KfW Kredit 297, 298 – Klimafreundlicher Neubau
Fachlicher Stand: 26. Oktober 2026. Dieser Beitrag berücksichtigt die aktuell veröffentlichten Bedingungen der KfW-Produkte 297 und 298. Zinssätze, Förderkonditionen und verfügbare Bundesmittel können sich kurzfristig ändern. Maßgeblich sind die Bedingungen der KfW zum Zeitpunkt der Antragstellung.
Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude
Mit den Krediten 297 und 298 im Programm „Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude“ fördert die KfW den Neubau und den Erstkauf förderfähiger Wohngebäude und Eigentumswohnungen in Deutschland.
Der Kredit 297 ist für die private Selbstnutzung vorgesehen. Der Kredit 298 richtet sich insbesondere an andere Investoren, beispielsweise Vermieter, Unternehmen, Genossenschaften oder juristische Personen. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Bundesmittel. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.
Die Höhe des möglichen Förderkredits hängt von der erreichten Förderstufe ab. Für ein Effizienzhaus 55 oder ein klimafreundliches Wohngebäude der Effizienzhausstufe 40 ohne QNG-Zertifizierung sind bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit möglich. Bei einem klimafreundlichen Wohngebäude mit Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude können es bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit sein.
Ein fester Zinssatz kann nicht dauerhaft angegeben werden. Die jeweils geltenden Soll- und Effektivzinssätze hängen unter anderem von Förderstufe, Laufzeit, Zinsbindung und Zeitpunkt der Zusage ab und müssen aktuell bei der KfW beziehungsweise beim Finanzierungspartner abgefragt werden.
Was wird mit den KfW-Krediten 297 und 298 gefördert?
Gefördert werden der Neubau und der Erstkauf förderfähiger Wohngebäude und Eigentumswohnungen. Welche technischen und nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen eingehalten werden müssen, hängt von der gewählten Förderstufe ab.
Effizienzhaus 55 – Wohngebäude
- Das Gebäude erfüllt die technischen Anforderungen an ein Effizienzhaus 55.
- Das Gebäude wird nicht mit Öl oder Gas beheizt.
- Bei Antragstellung liegt eine gültige Baugenehmigung vor. Bei einem genehmigungsfreien Vorhaben muss die zuständige Behörde von dem Vorhaben Kenntnis erlangt haben und mit der Ausführung begonnen werden dürfen.
Für diese Förderstufe beträgt der maximale Kredit nach dem aktuellen Programmstand bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit. Die EH-55-Förderung ist befristet und endet spätestens am 31. Dezember 2026. Sie kann bereits früher enden, wenn die vorgesehenen Bundesmittel ausgeschöpft sind.
Klimafreundliches Wohngebäude – Effizienzhaus 40
- Das Gebäude erreicht die Effizienzhausstufe 40.
- Die Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus halten den für diese Förderstufe vorgegebenen Grenzwert ein.
- Das Gebäude wird nicht mit Öl, Gas oder Biomasse beheizt.
Die Anforderungen werden durch eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Energieeffizienz-Experten bestätigt. Für diese Förderstufe beträgt der Kredit nach aktuellem Programmstand bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit.
Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG
- Das Gebäude erreicht die Effizienzhausstufe 40.
- Das Gebäude erfüllt die Anforderungen des „Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude Plus“ (QNG-PLUS) oder des „Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude Premium“ (QNG-PREMIUM).
- Die Einhaltung der QNG-Anforderungen wird durch ein Nachhaltigkeitszertifikat bestätigt.
- Das Gebäude wird nicht mit Öl, Gas oder Biomasse beheizt.
Für diese Förderstufe beträgt der Kredit nach aktuellem Programmstand bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Neben einem Energieeffizienz-Experten muss eine qualifizierte Beraterin oder ein qualifizierter Berater für Nachhaltigkeit eingebunden werden.
Welche Kosten können berücksichtigt werden?
In den Förderstufen können nach den jeweiligen Programmbedingungen insbesondere folgende Kosten berücksichtigt werden:
- Kosten für den Bau oder Erstkauf einschließlich förderfähiger Nebenkosten
- Planung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten
- bei der QNG-Förderstufe die Nachhaltigkeitsberatung und Nachhaltigkeitszertifizierung
Nicht gefördert werden insbesondere die Umschuldung bestehender Kredite, die Nachfinanzierung bereits begonnener oder abgeschlossener Vorhaben und der Erwerb eines Grundstücks.
Wer kann den KfW-Kredit beantragen?
Zum Kreis der möglichen Antragsteller gehören unter anderem:
- Privatpersonen
- Wohneigentumsgemeinschaften
- Einzelunternehmen und freiberuflich Tätige
- Vermieterinnen und Vermieter
- Unternehmen und kommunale Unternehmen
- Gesellschaften bürgerlichen Rechts
- juristische Personen des Privatrechts, beispielsweise Wohnungsbaugenossenschaften
- Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts
- soziale Organisationen und Vereine
Welches der beiden Produkte verwendet wird, hängt insbesondere davon ab, ob das geförderte Wohngebäude privat selbst genutzt oder zu einem anderen Zweck finanziert wird.
Wie wird der Förderkredit beantragt?
Zunächst muss eine zugelassene Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte eingebunden werden. Bei der Förderstufe mit QNG wird zusätzlich eine qualifizierte Nachhaltigkeitsberatung benötigt.
Der Energieeffizienz-Experte prüft die technischen Voraussetzungen, erstellt die erforderliche Lebenszyklusanalyse und stellt die „Bestätigung zum Antrag“ (BzA) aus. Diese Bestätigung wird für den Förderantrag benötigt.
Der Antrag wird nicht unmittelbar bei der KfW, sondern über einen Finanzierungspartner gestellt. Das kann beispielsweise eine Bank, Sparkasse, Bausparkasse oder ein geeigneter Kreditvermittler sein.
Antrag vor Vertragsabschluss und Baubeginn
Grundsätzlich sollte das Finanzierungsgespräch vor dem Abschluss von Lieferungs-, Leistungs-, Kauf- oder Bauträgerverträgen stattfinden. Mit dem Bau darf grundsätzlich erst nach der Antragstellung begonnen werden.
Soll ein Vertrag bereits vor der Antragstellung geschlossen werden, muss regelmäßig eine wirksame aufschiebende Bedingung zur Förderzusage enthalten sein. Eine solche Bedingung kann nicht nachträglich in einen bereits geschlossenen Vertrag aufgenommen werden. Für die befristete Förderstufe Effizienzhaus 55 gelten teilweise besondere Antrags- und Übergangsbestimmungen.
Die Fördermittel sollten erst dann verbindlich in die Finanzierung eingeplant werden, wenn die KfW eine Zusage erteilt hat.
Hinweis für Käufer eines Neubaus
Die KfW empfiehlt beim Kauf eines Effizienzhauses oder einer neuen Eigentumswohnung eine Haftungsklausel im Kaufvertrag. Darin sollte geregelt werden, dass der Verkäufer beziehungsweise Bauträger für die zugesagte Effizienzhaus- oder Förderstufe einsteht.
Die konkrete Vertragsgestaltung sollte vor der Unterzeichnung rechtlich geprüft werden. Eine Förderzusage ersetzt weder die Prüfung des Kaufvertrags noch die technische Abnahme des Gebäudes.
Förderung von Bestandsgebäuden
Die Produkte 297 und 298 sind für Neubauten und deren Erstkauf vorgesehen. Für die energetische Sanierung eines bestehenden Wohngebäudes zum Effizienzhaus oder den Ersterwerb eines entsprechend sanierten Gebäudes kommt je nach Vorhaben insbesondere der KfW-Kredit 261 infrage. Die Voraussetzungen dieses Programms müssen gesondert geprüft werden.
Aktuelle Zinssätze, Merkblätter, technische Mindestanforderungen und Antragsbedingungen finden Sie auf der Seite der KfW zum klimafreundlichen Neubau.
Rechtliches: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer-, Finanzierungs- oder Förderberatung für einen konkreten Einzelfall dar.
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